Leseproben

Prolog

Wie lang ist die Ewigkeit? Ist sie endlos? Rikmina ließ uns für immer schlafen und nun sind wir wach. Es ist dunkel. Weder müssen wir weder atmen noch Nahrung zu uns nehmen. Wir können uns erinnern.... Die Worte der Mondgöttin, wie ihre liebliche Stimme uns erklärte, wir seien wie Falter, würden irgendwann aufwachen und uns entpuppt haben. Dann sollten wir der Welt helfen, dem Treiben des Sonnenkönigs ein Ende bereiten. Dazu erschuf Rikmina diese Stadt und uns. Sie gab ihr Wissen und einen Bruchteil ihrer Kraft an uns weiter....

Es war finster und kalt. Giha fror. Ihr Kleid war vom Regen durchnässt und die Glieder darunter schlotterten. Sie strich sich eine schwarze Haarsträhne aus ihrem Gesicht. Dann sah sie empor, wo sie den Himmel vermutete. Alles war schwarz. Oben war unten, rechts war links. Zeit? Sie existierte nicht. Hier, in Resmondia war man sicher. Ohne Licht. Nur Hoffnung gab es noch. „Das ist gefährlich“, ertönte plötzlich die Stimme eines Mannes aus dem Dunkel der Nacht. Er war Zaz, Gihas Bruder. Wäre der Mond noch am Himmel, wäre er nicht zerbrochen, so hätte Zaz die Bleiche in dem Gesicht seiner Schwester erkennen können. Einen Moment lang schwiegen sie Beide. Dieser Moment war endlos. So wie alles in diesem Reich. „Wenn ich es nicht tue, dann niemand“, sagte Giha dann. Sie war entschlossen, ihren Plan in die Tat umzusetzen. „Nimm meine Hand“, sagte die Zwanzigjährige und schloss ihre Augen. Sie streckte ihre offene Hand aus. Einen Moment lang zögerte Zaz, dann schloss auch er seine Augen und ergriff Gihas Hand. Er fühlte die Wärme ihres Körpers wie auch sie die seine. „Und nun sprich die Worte, die Rikmina uns beigebracht hat“, befahl Giha ihrem Bruder. Dieser zögerte kurz, dann nickte er. Zwar konnte seine Schwester dies nicht sehen, aber sie wusste genau, dass Zaz zu ihr halten würde. „ton ni dnis riw nned, nedleh eckichs, schicke Helden, denn wir sind in Not!“ Erstmals seit Jahren erhellte ein Blitz die Dunkelheit. Doch er war nicht wie andere Blitze, er wurde immer heller anstatt zu verglühen. Schließlich zersprang er in viele kleine Lichtkugeln, welche vor den Geschwistern zu Boden sanken. Um Zaz und seine Schwester herum wurde es langsam hell. Sie konnten etwas sehen. Diese Lichtkugeln verformten sich. Es waren die Helden.... Oder?

 

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