Lichtschatten-Storys

Von Lichtern und Schatten

>Ich tue es. Ganz sicher. Heute Nacht. Wenn der Mond am höchsten steht werde ich abhauen. Raus aus diesem polierten Palast! Ich will mal wieder was erleben, mich unters Volk mischen!< Sina saß im Schneidersitz auf ihrem bett und seufzte. Wie oft hatte sie sich das schon vorgenommen? Andere wären glücklich gewesen, eine Prinzessin zu sein. Aber sie war es nicht. Traurig strich sie sich eine blonde Haarsträhne aus ihrem Gesicht. >>Es ist ein Fluch...<<, murmelte Sina und sah betrübt auf den weißen Teppichboden. Er war weich. Wie ein Bärenfell. Sina hatte mit den Bären im Wald gekuschelt, als sie mit zehn Jahren von ihrem Zuhause geflohen war. Damals lag dieses jedoch noch nicht in den Wolken. Nach dem Tod ihres Vaters hatte Sina nur noch ihre viel zu strenge Mutter. Traurig kuschelte sie sich in ein Kissen. Als ihre Tränen auf dem weißen Stoff landeten, verfärbten sich die Flecken dort blutrot... >>Warum kann nicht wenigstens Ikaran hier sein?<<, frate sie sich traurig und erinnerte sich an die lange Reise. Damals hatte sie mehr gelacht als je zuvor in ihrem Leben. Dieser Halbschatten hatte ihr gezeigt, was es heißt frei zu sein. Vogelfrei. Voller tatendrang starrte Sina auf die vergitterten fester. >>Ich werde ausbrechen!<<, sagte sie laut zu sich selbst, >>Nichts kann mich noch länger hier festhalten!<< Dann sah sie herab und kniete sich vor ihr Bett. Anschließend zog sie das Bettlaken ab und holte ein kleines Medaillon, welches darunter lag heraus. Ein runder, vergoldeter Spiegel, in dessen mitte ein winziger kleiner Stein schwebte. >>Finsternebel<<, hatte Ikaran ihr erklärt, bevor er ihr den Anhänger gab, >>So wie du deine Mutter beschrieben hast wird er dir nützlich sein!<< Als Sina an sein warmes Lächeln erinnerte musste sie schmunzeln. Schatten waren nicht schlecht. Nicht alle. 

°>>Ikaran<<, schrie Sina, als sie vor einem leeren und heruntergekommenen Haus mitten im Nichts stand, >>Komm raus! Bitte! Das ist nicht witzig!<< Das war wohl das Haus, in dem Ikaran gewohnt hatte. Keine Zeit nachzudenken. Vorsichtig stieg Sina über ein Stück Holz, hielt aber dann inne und besah sich dieses verbrannte Holz. Es war eine Leiche. Ein toter Mensch.... Mit Katzenohren.... >>Ikaran!<<, schrie Sina und kniete sich neben ihn nieder, >>Wach auf... Bitte...<< Der Halbschatten schlug seine Augen auf, Pupillenlos, und würgte Sina. >>Hör auf!<<, schrie sie° und schlug die Augen auf. Schweißgebadet lag sie in ihrem Bett, das Kissen fest umklammert. Nur das Medallion fehlte. >>Wo ist es?<<, fragt Sina sich und stand auf. >>Was?<<, krächzte Miriam, >>Ich habe entschieden, es zu vernichten<< Sina starrte ihre Mutter fassungslos an. >>DU HAST WAS?!?<<, rief sie und atmete tief durch. >>Nein<<, sagte Sina leise, >>Das wirst du büßen!<< Miriam schüttelte verständnislos den Kopf. >>An deinem Geburtstag wirst du nicht von dunklen Schatten verseucht!<<, krächzte sie mit strenger Stimme, >>Und zum Geburtstag...<< >>Will ich Freihheit!<<, schrie Sina und ohrfeigte ihre Mutter. Diese sah mit schockiertem und wütendem Gesicht auf ihre Tochter herab. >>Du mieses kleines...<<, zischte sie und in ihr brach der blanke Zorn aus. 

~Fortsetzung folgt~

 

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